Bambus – Das müssen Sie wissen

Steckbrief über den Bambus

Bambus

Wo kommt der Bambus eigentlich her?

Hallo lieber Leser. Ich möchte dir heute etwas über den Bambus erzählen. Genauer gesagt, bin ich ein Bambus. Ich bin eine Pflanze und gehöre zur Familie der Süßgräser und bin somit auch mit den Rasengräsern verwandt. Ich habe aber auch einige Verwandte aus den Getreidearten, wie beispielsweise dem Weizen, dem Hafer, dem Reis oder dem Mais. Sie alle bestehen aus „Halmen„. Genauso wie ich. Man kennt mich deshalb auch unter dem Namen „Bambushalm„.

Meine Halme können aber viel höher wachsen als die meiner Verwandten. Der aktuelle Rekord liegt bei etwa 48 Meter Höhe. Es gibt über 40  verschiedene Bambus-Arten mit über 1000 verschiedenen Sorten. Man unterscheidet uns Bambushalmen deshalb zwischen vier Bambus-Gruppen:

  • Zwergbambus (bis 1,5 Meter Höhe)
  • Kleiner Bambus (1,5 bis 3 Meter)
  • Mittlerer Bambus (3 bis 9 Meter)
  • Riesenbambus (über 9 Meter)

Die tropischen Bambusarten wachsen am höchsten. Vor allem die tropische Gattung Gigantochloa: Ihre Halme können bis zu 40 Meter hoch wachsen. Wobei der Rekord noch etwas höher liegt.

In den tropischen Gebieten fühle ich mich am wohlsten. Dort kann ich am schnellsten wachsen und das Klima ist perfekt für mich. Vor allem für den echten Bambus (Bambusa). In kalten Ländern kann der echte Bambus jedoch nicht überleben. Denn dafür ist er nicht ausreichend winterhart. Andere Bambus-Arten eignen sich aber auch für kältere Gebiete und sind auch winterhart.


So sehe ich aus

Nun möchte ich dir etwas über unser Aussehen erzählen. Denn wir sehen wirklich toll aus. Die Menschen lieben es, uns in Ihren Gärten zu pflanzen. Außerdem sind wir immergrün, blickdicht und müssen nicht regelmäßig mit einer Heckenschere in Form gebracht werden.

Einige Arten von uns können nicht nur hoch wachsen, sondern auch eine Halmdicke von bis zu dreißig Zentimeter erreichen. Unsere Halme sind so aufgebaut: Sie sind in verschiedene Segmente (Internodien) unterteilt, die jeweils mit einem Ring (Nodie) miteinander verbunden sind (Bild unten).

Bambus

Jedes Segment besteht aus einem Hohlraum. Zwischen den Ringen befinden sich Knoten. An den Knotenstellen sind wir allerdings nicht hohl. Hier befinden sich geschlossene Böden im Halmqurschnitt. Das macht uns zusätzlich sehr stabil.


Bambus Wuchs – So wachsen wir

Bäume wachsen von Jahr zu Jahr immer nur ein wenig. Bei uns Bambushalmen ist das ganz anders. Sobald ein Halm von uns ausgetrieben hat, wächst er noch im selben Jahr zu seiner endgültigen Höhe heran. Danach bleibt er einige Jahre lang unverändert. Er wächst also nicht weiter.

Die meisten Bambus-Arten können auf verschiedene Böden wachsen. Beispielsweise auf Sand-, Lehm- und oder torfigen Humusböden. Diese sollten aber weder trocken sein, noch Staunässe bilden. Flachrohrbambusse (auch für kältere Regionen geeignet) lieben im Garten einen sonnigen und warmen Platz.  Aber auch Halbschatten sind akzeptable Standorte für Flachrohrbambusse. Wenn möglich, sollten die Standorte aber möglichst windgeschützt sein.

Unsere Wurzeln

Wir besitzen sogenannte Wurzelstöcke, auch Rhizome genannt. Diese breiten sich bei einigen Sorten unterirdisch aus. Damit wir uns nicht über den ganzen Garten ausbreiten, stecken uns manche Gartenbesitzer in eine soganannte Rhizomsperre. Somit können wir uns nicht immer weiter ausbreiten. Auch du solltest über so eine Sperre nachdenken, wenn du so ein schönes schönes Gewächs wie uns Baambusse in deinen Garten pflanzen möchtest. Denn wir breiten uns zuerst unterirdisch aus und wachsen anschließend an verschiedenen Stellen neu aus dem Boden. Das gibt dann oft Ärger mit dem Nachbarn.
Also merke dir: Rhizomsperren bei austreibenden Bambusarten ist Pflicht!
Damit dir das nicht passiert, möchte ich dir zeige, zu was unsere Wurzeln fähig sind, wenn man uns unterschätzt. Schau dir die Beispiele an, bei denen Gartenbesitzer die Rhizomsperre vernachlässigt haben.
Bevor du mich pflanzt, solltest du dich wenn möglich von einem Fachmann beraten lassen. Denn Bambus muss richtig gepflanzt und gegen schnelle Ausbreitung geschützt werden.


Die Eigenschaften des Bambus

Der Bambus besitzt von Natur aus eine wetterfeste und wasserdichte Schutzschicht, die ihn sogar vor Feuer und vielen Chemikalien schützt. Unsere Halme können sich mit Wasser füllen. Im Notfall kann man dieses Wasser sogar trinken, da es sehr sauber ist. Gerade bei Verirrungen im Regenwald kann das sehr nützlich sein.
Eine weitere gute Eigenschaft von uns ist es, dass man und zu vielen nützlichen Dingen weiterverarbeiten kann. 

Man stellt aus uns nicht nur Dachstühle und Baugerüste her, sondern auch Möbel, Zäune, Wasserleitungen, Fußbodenbeläge, Gefäße, Seile, Kleidung und Essstäbchen. Außerdem sind junge Bambussprossen genießbar ein eine wichtiges Nahrungsmittel.


Bambus pflanzen

Man pflanzt uns Bambushalme gerne in Gärten, um beispielsweise einen Sichtschutz zu bekommen, oder als Strauch als reine Zierpflanze. Wir Bambusarten werden gerne von Gärtnern und Hobbygärtnern im eigenen Garten gepflanzt. Aber Achtung! Wie bereits erwähnt, ist es sehr wichtig zu wissen, welche Bambusart man pflanzen möchte. Denn einige Sorten von uns verbreiten sich unterirdisch. Für diese Sorten muss man eine Rhizomsperre einrichten.
Besonders beim Flachrohrbambus sollte man eine fachmännisch gesetzte Rhizomsperre anbringen.


Bambus als Hecke oder als Zierpflanze?

Bambus kann man als Hecken oder als Zierpflanze verwenden. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, solltest du über folgendes bescheid wissen:

-> Für Hecken eignen sich am besten aufrecht wachsende Schirmbambus-Sorten wie der „Standing Stone“ und der „Campbell“. Schirmbambus wächst sehr dicht und bietet daher einen optimalen Sichtschutz. Zudem bildet er keine Ausläufer.

-> Wer den Flachrohrbambus als Hecke pflanzen möchte, muss um den gesamten Bambus herum eine Rhizomsperre einrichten. Das kann allerdings sehr teuer werden und ist deshalb nicht empfehlenswert.


Rhizomsperre einrichten – So gehts

Damit die Rhizome sich nicht weiter ausbreiten und neue Halme bilden können, muss eine Rhizomsperre eingerichtet werden. Verwenden nur die echte Rhizomsperren aus zwei Millimeter starkem Hochdruck-Polyethylen (HDPE). Zu kaufen gibts Rhizomsperren mit einer Metallschiene. So werden die 2 Enden des HDPE-Bands miteinander verbunden. Plane mindestens zwei Meter Durchmesser ein, damit der Bambus nicht austrocknet. Das band sollte mindestens 5 cm aus der Erde herausschauen. Nur so können Sie erkennen, ob die Rhizome über die Wurzelsperre wachsen.


Winterharter Bambus

In kälteren Regionen sollte man nur winterharte Bambussorten anpflanzen, da sie den Winter wahrscheinlich nicht überstehen würden. Hier sind einige winterharte Bambussorten:

  • Schirmbambus (Fargesia murieale). Sie haben zusätzlich den Vorteil, dass Sie keine Ausläufer bilden. Die Schirmbambusse Fargesia murielae (bei AMAZON kaufen) und Fargesia nitida erreichen eine Wuchshöhe von etwa 3 Metern.
  • Fachrohrbambus. Hier sollte man eine Rhizomsperre einrichten.

Bambus Pflege und Düngung

Besondere viel Pflege benbötiget der Bambus nicht. Es reicht aus, den Bambus jedes Jahr einmal im Frühjahr mit einem speziellen Bambusdünger zu versorgen. Dafür eignet sich gnanz normale Bambuserde. Wichtig ist, dass organischer Dünger mit einem hohen Stickstoffgehalt zum düngen verwendet wird. Düngen kann man Bambus auch mit reifen Kompost, der mit ein paar Handvoll Hornspänen angereichert wurde. Hornspäne erhöhen den Stickstoffgehalt zusätzlich. Aber auch verrotteter Pferdemist ist gut zum düngen geeignet.

Bei sandigem Boden kann man das Wachstum des Bambus durch Zugabe von von Gesteinsmehl und Bentonit verbessern. Eine Ausbringung von Mangan und Phosphor nach dem Sommer, erhöht wie bei Getreide, die Winterhärte.

Bei Trockenheit sollte man den Bambus regelmäßig wässern, damit die Pflanze nicht ausgetrocknet.

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