3D Druck

Simplify 3D – Modell ohne Stützmaterial drucken

3D Druckteil ohne StützmaterialIn dieser Anleitung möchte ich dir zeigen, wie du ein 3D-Druckteil drucken kannst, ohne Stützmaterial zu verwenden.

Natürlich geht das nicht zu 100 % bei jedem Modell. Aber gerade bei größeren Modellen, die, wie im Bild links eine überdachte Fläche haben, ist das besonders sinnvoll.

Stützmaterial verlangsamt nicht nur die Druckzeit. Es hinterlässt auch eine raue, unschöne Oberfläche. Beim Herauslösen des Stützmaterials könnte auch mal etwas abbrechen, was zum Druckteil gehört. Zusätzlich kann sich viel Material einsparen, wenn man das Stützmaterial weglässt.

Modell ohne Stützmaterial drucken: die Vorgehensweise

Um ein Modell ohne Stütze zu drucken, benötigst du aber eine CAD-Software. Heruntergeladene STL-Dateien kann man dafür leider nicht benutzen, weil man diese nicht bearbeiten kann, denn die überdachten Flächen muss man einzeln drucken. Wie das geht, erfährst du in dieser Anleitung.

3D Modell ohne Stützmaterial

Die Vorgehensweise:

Hier besteht das gesamte Druckteil ohne Stützmaterial aus insgesamt 2 Druckteilen. Die Vorgehensweise erfolgt in 4 Schritten.

Schritt 1: Zuerst modellierst du dein Druckteil. Die Fläche, die normalerweise mit Stützmaterial unterdruckt wird, muss als einzelne Platte (als Einleger) konstruiert werden und wird zuerst gedruckt.

Schritt 2: Anschließend druckt man das Hauptmodell. Hier kann man den 3D-Drucker so einstellen, dass er an einer bestimmten Höhe stehen bleibt und den Druck pausiert, an der man dann den Einleger einlegen kann. Das Modell muss so modelliert werden, dass der Einleger auf eine Kante (gelber Pfeil) aufgelegt werden kann.

Schritt 3: In Schritt 3 wird dann der Einleger in das Modell eingelegt, sobald der Drucker den Druck an der richtigen Stelle pausiert hat.

Schritt 4: Nachdem der Einleger eingelegt wurde, lässt man den Drucker weiterlaufen. Das Modell wird zu Ende gedruckt und das ganz ohne Stützmaterial. Dazu muss man auch sagen, dass der Einleger nicht mehr abnehmbar ist, da der weitere Druckaufbau fest mit dem unteren Modell verschmolzen ist.

Tipp bei Erstellen des 3D Modells

3D Modell im CADTipps beim Modellieren des Einlegers:

Der Einleger sollte 1 bis 2 Zehntel mm kleiner sein, als das Modell. Mit anderen Worten zwischen Einleger und Modell sollte ein kleiner Spalt von 0,1 bis 0,2 mm vorhanden sein, damit sich der Einleger problemlos einlegen lässt.

Der Einleger lässt sich noch besser einlegen, wenn er eine kleine Fase von etwa 0,3 mm enthält. Die Fase sollte auf der Seite der Druckplatte angebracht werden, weil die erste Druckschicht immer minimal größer ist, als das Bauteil.

Schritt 1: Einleger drucken

3D Druckteil EinlegerNachdem du alles modellierst hast, solltest du damit beginnen, deinen Einleger zu drucken. Diesen druckst du ganz normal und entnimmst ihn danach aus dem 3D-Drucker.

Erst danach solltest du mit Schritt 2 weitermachen!

Schritt 2: Modell auf SD-Karte speichern

Simplify 3D Modell speichernIn Schritt 2 lädst du nun dein zweites Modell in Simplify 3D.

Hier stellst du ganz normal deine Einstellungen ein und speicherst das Modell auf die SD-Karte, mit der du später das Modell drucken möchtest

Schritt 3: Layer suchen

Simplify 3D Layer suchenErst in diesem Schritt wird es etwas komplizierter. Jetzt musst du herausfinden, an welcher Stelle genau der Drucker pausieren soll, damit du den Drucker nicht ständig im Auge behalten musst.

Dazu gibt es in Simplify 3D unten eine Leiste, die man sieht, nach dem man auf „Auf Druck vorbereiten“ geklickt hat.

Hier wählst du nun bei Kontroll-Optionen „Schicht“ aus (grüner Pfeil).

Simplify 3D Layer

Danach solltest du den Druck animiert sehen. Hier kannst nun über den Schieberegler (roter Pfeil) die Stelle suchen, an der der Druck die Pause einlegen soll.

Wie du im Bild siehst, würde der Drucker ab Layer 176 ohne den Einleger bereits in die Luft drucken. So funktioniert das aber nicht. Man muss zuvor den Einleger einlegen. Danach kann der Drucker auf dem Einleger ganz normal weiterdrucken.

Das heißt, dass der Drucker bei Layer (Schicht) 175 automatisch stoppen und den Druck pausieren soll. Dann kann man den Einleger einlegen und den Druck anschließend über den Button „Resume Print“ weiterlaufen lassen. Erst danach geht der Druck ab Layer 176 weiter und druckt das Modell voll fertig.

Nimm also einen Zettel zur Hand und notiere dir den Layer, wo dein Drucker die Pause einlegen soll.

Schritt 4: Pausenfunktion einfügen:

EditorDa ich jetzt weiß, dass nach dem Layer 175 die Pause erfolgen soll, muss ich die Pause so einstellen.

Dazu gehe ich auf meine SD-Karte und suche nach der Datei, die ich drucken möchte.

Hier klicke ich jetzt mit der rechten Maustaste auf die Datei und öffne diese mit dem Editor.

Mit den Tasten Strg + F öffne ich im Editor nun das Suchfenster und suche nach dem Layer 175.

Dasselbe machst du natürlich bei dir auch.

Simplify 3D Editor

Dann füge ich eine Leertaste nach Layer 175 ein. In dieser Zeile füge ich jetzt die Pausenfunktion ein.

Simplify 3D Editor bearbeiten

So fügst du die Pausenfunktion ein:

Tippe den Text genauso ab, wie er auf dem Bild steht oder kopiere den roten, unten stehenden Text:

G1 Z60 F900; move to Z60 at F900 speed
M0; pause

Danach fügst du den Text in die Leerzeile ein.

Simplify 3D Editor Pause einfügen

Schau dir nochmal genau den Z-Wert an. Bei Layer 175 befindet sich der Extruder von der Druckplatte aus gemessen exakt auf einer Höhe von 34,94 mm.

Simplify 3D Editor Z-Höhe

Wenn der Drucker die Pause einlegt, fährt er natürlich auf eine bestimmte Position, um dort die Pause einzulegen. Diese Position müssen wir nun genau festlegen.

Damit man den Einleger einlegen kann, muss der Extruder also mindestens 20 mm höher fahren, als das Druckteil hoch ist. Ergänze die 2 Werte (roten Pfeile) mit dem richtigen Wert.

Simplify 3D Editor Z-Höhe anpassen

3D Drucker pausierenIn meinem Beispiel hat das Druckteil bereits bei Layer 175, wo er die Pause einlegen soll, eine Druckhöhe von 34,94 mm erreicht. Ich lasse den Extruder aber etwas höher fahren, also auf eine Höhe von 60 mm. Also gebe ich bei den 2 Z-Werten (rote Pfeile) den Wert „60“ ein.

Dort bleibt der Extruder dann stehen, bis ich den Druck weiterlaufen lasse. Wenn ich die Z-Höhe auf 20 mm einstellen würde, dann würde der Extruder in das Druckteil fahren und es zerstören. Also vorsichtig beim Einstellen der Z-Höhe!

Zum Schluss speicherst du die Editor-Datei ab und fertig. Jetzt kannst du den Druck starten.

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